Du bist Hundetrainerin oder in einem anderen Beruf mit Tieren selbstständig und machst auch diesen EINEN Fehler?

Dann  befindest du dich im Strudel „mehr Umsatz“ und strampelst dich ab, damit du dauernd neue Kunden, mehr Einnahmen und noch weniger Zeit für dich hast. Kommt dir das bekannt vor?

Kürzlich hatte ich ein spannendes Gespräch mit einer Kundin. Sie ist schon viele Jahre Hundetrainerin aus Leidenschaft. Sie hilft an allen Ecken und Enden – Kunden, im Ehrenamt, in der Familie, Kollegen. Kurzum: Sie ist immer zur Stelle, wenn man sie braucht. Auf sie ist Verlass!

Ihr Kontostand: Rot, beängstigend.

Alles in ihr schrie nach Veränderung. Ausgelaugt, abgekämpft und müde wurde sie Mitglied bei uns. Für sie war klar: Sie wollte weiter als Hundetrainerin arbeiten, es musste jedoch eine Veränderung her. Schnell!

Drei Monate später: Sie schreibt mir eine Mail und ich bin schockiert!

Der Inhalt: „Liebe Anne, nun habe ich es geschafft und zweimal hintereinander meinen Umsatz verdoppelt. Meine Kurse sind ausgebucht und bei den Einzelstunden habe ich eine Warteliste. So macht mir mein Beruf als Hundetrainerin wieder Spaß. Der Knoten ist geplatzt. Ein so wunderbares Gefühl, alle Rechnungen bezahlen zu können – ich danke Dir!“

Nun denkst du vielleicht, warum ist Anne denn geschockt? Das klingt  mega gut!

Jepp, klar ist das spitze!

Aber hier lauert der Fehler,  den beinahe alle Selbstständigen machen:

Wenn du immer zuerst an die anderen denkst, bleibst du auf der Strecke!

Die Erleichterung ENDLICH alle Rechnungen zahlen zu können, ist eine Falle!

Ob Geld, Zeit oder andere Ressourcen, wenn du an das Limit gerätst, wirst du dich stark erleichtert fühlen, wenn der Druck abfällt.

Als Hundetrainerin sollte dir klar sein: Du arbeitest mit dir selber über negative Verstärkung.

Für den vorherigen Druck zahlst du einen Preis: Stress, Nerven und Kreativität. Strategie und Planung beliebn auf der Strecke und du kommst nicht voran, weil du immer damit beschäftigt bist, Brände zu löschen.

Wie wäre es, wenn du den Spieß umdrehen könntest? Stell dir vor, das Leben wäre leicht. Du würdest die Arbeit machen, ausschließlich weil sie dir Spaß macht und nicht, weil das Konto eine Finanzspritze braucht!

Erst kommst du, dann alle anderen!

„Schluck! Aber Anne, das kann ich nicht machen?!“

„Oh, doch! Du kannst und du wirst; zumindest wenn du dich dauerhaft als Hundetrainerin etablieren und von deiner Selbstständigkeit leben willst.“

So ungefähr lautete der Dialog, den wir nach der Nachricht der Kollegin führten. Ich verstehe deine Zweifel. Ich kenne deine Angst. Ich hatte sie auch.

Der größte Fehler von uns Selbstständigen im Tierberuf – auch mir als Hundetrainerin:

Wir vergessen uns, ein Gehalt zu zahlen und schuften für lau!

Damit ist jetzt Schluss.

Ab jetzt machst du mit deiner  Selbstständigkeit Gewinn und zahlst dir dein Gehalt (und das geht nicht nur als Hundetrainerin)!

Erschaffe deine Finanzstruktur!

Wie wichtig ein fester Tag für deine Finanzen ist, habe ich dir bereits in meinem Artikel „In 12 Schritten deine privaten Finanzen im Griff“ berichtet.

. Wenn du dieses System einrichtest, benötigst du zudem noch:

  • eine Tabelle, die dir hilft, dein Geld zu verteilen.
  • 2 Girokonten und
  • wenn möglich 4 Tagesgeldkonten

Kommt dir das überzogen vor?

Kam es mir auch, deswegen habe ich am Anfang über ein Konto und listen gearbeitet: Nervig, zeitaufwändig und lästig! Wichtiger als Geld ist deine Zeit. Also vergeude sie nicht.

Frag mal bei deiner Hausbank an, die meisten haben kostenfreie Tagesgeldkonten, ansonsten gibt es z.B. Moneyou kostenfreie.

Eines der Girokonten benötigen wir für deine Einnahmen. Das gibst du auf deinen Rechnungen an und du zahlst deine Bareinnahmen hier ein.  Wie der Name schon sagt: Hier kommen alle Einnahmen hin.

Das zweite ist für die laufenden Ausgaben.

Einmal die Woche räumst du dein Einnahmen-Konto ab. Verteile dein Geld und erfreue dich daran.

Solltest du bereits umsatzsteuerpflichtig sein, so lege als Erstes die erhaltene Umsatzsteuer auf ein Tagesgeldkonto. Dieses Geld gehört dir nicht.

Dein Gewinn!

Nachdem du die Umsatzsteuer überwiesen hast, ist dein Gewinn dran. Dein Ziel ist es dir 5% von jeder Netto-Einnahme als Gewinn auszuschütten.

Starte mit mindestens einem Prozent, damit du dich daran gewöhnst, Gewinne zu erzielen. Es fühlt sich super an! Glaube mir.

Mit dem Gewinnkonto gönne dir regelmäßig tolle Sachen – es ist deines und dient ab sofort als Belohnung für dich.

Dein Gehalt

Stell dir mal vor, du könntest dir Monat für Monat das gleiche fixe Gehalt auszahlen. Genial, oder? Kein bangen mehr in schlechten Monaten.

Dein Ziel ist es dir von jeder Einnahme die Hälfte als Gehalt an die Seite zu legen und damit ein Konto zu füllen, von dem du dir dann – in guten und in schlechten Monaten – dein fixes Gehalt zahlen kannst.

Wenn dir 50% aktuell noch zu viel erscheinen, dann starte mit 30% und erhöhe jeden Monat um 1-2 %.

Steuerrücklagen bilden!

Wie hoch deine Einkommenssteuer ist, ist von deinen Einnahmen und anderen Faktoren abhängig. Ich empfehle dir, mittelfristig 15% von jeder Einnahme an die Seite zu legen. Am besten auf ein Konto, was du gar nicht siehst – aus den Augen aus dem Sinn. Du denkst erst wieder daran, wenn dein Steuerbescheid eintrudelt.

Das Bundesministerium für Finanzen hat einen Steuerrechner, der dir sicher weiter hilft.

Und denk immer daran: Je mehr Steuern du zahlen musst, desto besser hast du im letzten Jahr verdient!

Budget für deine Ausgaben.

Das Ziel dieses Vorgehens: Du hast eine klare Kostenstruktur, erkennst auf einen Blick, was du dir gerade an Investitionen leisten kannst und die Kosten niedrig!

Der Effekt: Wir leben nicht mehr am Limit, sondern mit der Gewissheit für uns zu sorgen.

Deine Kosten überschreiten idealerweise nicht mehr als 30% deiner Einnahmen. Dann hättest du ein wirklich gesundes Unternehmen, das wachsen und gedeihen kann!

Überweise Woche für Woche den also nun verbleibenden Rest deines Einnahmekontos auf dein Ausgabenkonto – von hier darfst du deine Rechnungen zahlen. Wenn das Konto leer ist, sprich mit deinen Gläubigern, dass du Aufschub benötigst.

Tu’ Gutes!

Einen Teil unseres Geldes gebe ich für gute Zwecke aus. Es ist mir wichtig, dass dafür regelmäßig Geld da ist und ich z.B. den Verein „Häuser der Hoffnung e.V.“ oder das Projekt „RPlus.click“ unterstützen kann.

Mir macht Verdienen noch mehr Spaß, wenn ich mit dem Geld etwas Gutes unterstützen kann! Und als Pferde- und Hundetrainerin sind es oft die Tierschutzprojekte, die mich besonders motivieren.

Überlege dir doch, ob du z.B. von deinem nächsten Angebot einen gewissen Prozentsatz an ein bestimmtes Projekt spendest? Wir werden es tun!

Und den restlichen Umsatz entsprechend der oben stehenden Aufteilung auf unsere Konten verteilen.

Es gibt keine Grenzen!

Du hast Angestellte, einen großen Traum oder gehst gerne zu Fortbildungen? Richte dir für verschiedene Zwecke, verschiedene Konten ein und spare einen fixen Prozentsatz an.

So werden Träume wahr!

Außenstände eintreiben.

Ich bin immer wieder fassungslos, wenn mir Kolleginnen berichten, dass sie keine Mahnungen schreiben, nicht wissen, welcher Kunde nicht bezahlt hat und sich nicht trauen auf ihr Recht zu bestehen.

Der Grund: Angst, dass die Menschen schlecht über sie reden oder nicht wieder kommen – autsch!

Schmeiß den Kunden gedanklich vor die Tür und hole dir dein Geld. Kunden, die dir Angst machen und dich nicht bezahlen, brauchst du nicht.

Deine Wunschkunden zahlen deine Arbeit oder sprechen mit dir, wenn sie in eine doofe Situation gekommen sind!

Versuche es nicht auf Teufel komm raus alleine zu schaffen!

Als ich mich als Hundetrainerin selbstständig machte, war ich der Meinung, dass ich alles alleine kann und mir keine Unterstützung leisten kann; ein Irrglaube, der mich beinahe in ein Desaster führte!

Zum Glück habe ich das früh genug erkannt und mir mit Tanja Lenke eine wunderbare Mentorin an meine Seite geholt.

Dazu habe ich eine Mastermind, die mich unterstützt.

Ich habe eine Steuerberaterin, die Profit First Professional ist. Mit ihr habe ich das oben genannte System verfeinert und optimiert.

Möchtest du von meinem Wissen profitieren und mit anderen Tierberuflern deine Herausforderungen meistern? Dann setze dich jetzt auf die Warteliste für unseren Mitgliederbereich und erfahre als erste, wenn die Anmeldung öffnet. Das geht hier ganz schnell und einfach! 

Dort hast du Zugriff auf Videos, Tabellen und Workbooks zum Thema und in regelmäßigen Co-Workings kannst du gleichzeitig mit mir und meinem Team deine Finanzen angehen!

Spare, was das Zeug hält – nur nicht an dir!

Investiere in dich, in Dinge die dir das Leben einfacher machen und in Unterstützung. Durch dein neues Ausgabenkonto hast du stets im Blick, welches Budget du dafür benötigst.

Mein Lieblings-Spar-Trick: Ich frage mich bei jeder Ausgabe, ob ich das wirklich brauche und was ich mir davon verspreche. Bei klassischen Versandprodukten lege ich diese erst einen Tag in den Warenkorb und nur, wenn ich von alleine am nächsten Tag wieder daran denke, wird gekauft.

Das beste Schnäppchen ist das, was du im Laden liegen lässt!

Doch bringe dich damit nicht in den Geiz, sondern überlege dir schlichtweg immer, was gerade für dich wichtig ist. In Bezug auf Fortbildungen habe ich dir hier einen passenden Blogartikel dazu geschrieben. Viel Freude beim Lesen! 

Berichte mir, was deine größte Herausforderung zum Thema Finanzen ist.

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