„Es gibt nur einen Weg, um Kritik zu vermeiden: nichts tun, nichts sagen und nichts sein.“ Aristoteles

Menschen haben Meinungen. Eine Tatsache, die in der digitalen Welt von Blogs, Facebookbeiträgens, Tweets und Instagrambildern in all ihren Facetten auftaucht und uns manchmal ziemlich zu schaffen machen kann. Denn obwohl uns die meisten Menschen wohl gesonnen sind, Lob äußern oder schlicht nichts schreiben, wenn sie nicht unserer Meinung sind, gibt es immer wieder Kommentatoren, die auch Kritik üben. Erstmal ist das gar nicht schlimm. Wenn Kritik konstruktiv geäußert wird, kann sie uns vorwärts bringen. Es gibt aber immer einen kleinen Teil Mitmenschen, der sich nicht benehmen kann, im echten Leben genauso wie im Internet. Sie äußern sich hämisch, überheblich oder beleidigend. Gerade die Anonymität des Internets bietet dafür eine leicht zugängliche Plattform, in der destruktive Äußerungen deutlich leichter fallen als im echten Leben. Wenn wir online präsent sein wollen, müssen wir uns diesen Kommentaren als stellen, denn vermeiden können wir sie nicht.

Wie Du mit negativen Kommentaren umgehen kannst

Zunächst geht es einmal darum, konstruktiver von destruktiver Kritik zu unterscheiden. Das ist keine ganz einfache Aufgabe, denn nur weil uns ein Kommentar trifft, bedeutet es nicht unbedingt, dass er destruktiv geäußert wurde. Beginnen wir deswegen mit den eindeutigen Fällen, den persönlichen Beleidigungen, die nichts mit dem Inhalt zu tun haben. Es ist völlig klar, dass sich niemand beleidigen lassen muss. Achte darauf, dass du dich in einer solchen Situation nicht auf Diskussionen einlässt. Wer beleidigt, fliegt. Sperre die Person für deine Seite, deinen Blog oder dein Profil und lösche den beleidigenden Kommentar. Jede Plattform bietet eine solche Möglichkeit an.

Was kannst du nun gegen die nicht ganz so eindeutigen Kommentare tun? Das wichtige ist erst einmal, Ruhe zu bewahren. Solche Kommentare lösen viele unangenehme Gefühle wie Angst, Scham, Wut oder Unsicherheit aus. Das ist völlig normal. Aus dieser Situation heraus solltest du nicht sofort handeln. Atme tief durch und versuche den Kommentar möglichst neutral auf dich wirken zu lassen.

Stelle dir folgende Fragen:

  1. Ist die Aussage des Kommentars wirklich so negativ, wie er sich beim ersten lesen angefühlt hat?
  2. Hat der Kommentator vielleicht eine schlechte Formulierung gewählt, aber mit seiner Aussage recht?
  3. Kann ich dem Kommentar auch etwas konstruktives für mich abgewinnen?
  4. Wie ist der Kontext zu diesem Kommentar und zu der Person, die ihn geschrieben hat?

Dazu ein Beispiel für einen Kommentar, den man im Kontext unterschiedlich bewerten kann:

„Das, was du da mit deinen Hunden machst, funktioniert doch nie.“

Der Kommentar ist nicht generell negativ formuliert. Er enthält keine Beleidigung, sehr wohl aber eine Bewertung. Die Formulierung ist nicht total unfreundlich, aber durch die Verwendung des Wortes „nie“ schon recht überheblich und etwas spöttisch geschrieben. Zudem ist er sehr unkonkret, so dass man in den meisten Fällen wohl nicht genau zuordnen kann, worauf sich der Kommentar bezieht.

Spannend wird es nun im Kontext. Kennst du die Person oder ist es jemand, der zum ersten Mal kommentiert? Hat sie dich schon öfter unangenehm kritisiert oder ist sie sonst freundlicher? Hast du das kommentierte Thema möglicherweise schon mal mit der Person diskutiert? Hier beginnt die Abwägung, ob es sich lohnt, in eine Diskussion einzusteigen. Eine Möglichkeit wäre, nachzufragen, worauf sich der Kommentator konkret bezieht. Vielleicht stellt sich raus, dass es sich um ein Missverständnis handelt, weil in deinem Text etwas ungenau formuliert war oder die Person etwas falsch verstanden hat. Solltet ihr nicht auf einen Nenner kommen, kannst du trotzdem noch einmal darlegen, warum du hinter deiner Methode stehst. Denke dabei daran, dass du es niemals allen recht machen kannst. So kannst du deinen Expertenstatus sogar festigen, obwohl du dich zunächst angegriffen gefühlt hast. Das erzeugt auch einen guten Eindruck bei allen, die diese Kommentare später lesen. Wenn du dich auf eine Diskussion oder auch nur auf eine Antwort auf den Kommentar einlässt, ist das oberste Gebot, dabei freundlich zu bleiben. Sobald du auf Konfrontation mit dem Kommentator gehst, kann dabei nichts mehr konstruktives entstehen und es wird auf dich immer ein schlechtes Licht werfen.

Hast du das Gefühl, dass mit dem Kommentator keine konstruktive Diskussion entstehen kann, bleibt dir noch abzuwägen, ob du den Kommentar unbeantwortet stehen lässt oder ihn löschst. Auch hier gilt es wieder vor allem den Kontext zu beachten, um auf der einen Seite nicht über zu reagieren, dir auf der anderen Seite aber auch nicht alles gefallen zu lassen (z.B. wenn die Person schon öfter unangenehm kommentiert hat). Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt.

Zusammengefasst bedeutet der Umgang mit negativen Kommentaren vor allem „Ruhe bewahren“ und nicht aus einem ersten Impuls heraus zu antworten oder zu löschen. Nimm dir einen Moment Zeit, dein Gefühl wahrzunehmen und es sacken zu lassen. Dann kannst du aus der Ruhe heraus reagieren und läufst nicht Gefahr, auf eine negative Spirale von Kommentaren einzusteigen, in der du am Ende nur verlieren kannst. Und eines gilt es dabei immer im Hinterkopf zu behalten: Die meisten Kommentare sind positiv und lobend. Der Ärger über einen unangenehmen Kommentare sollte die Freude über die vielen tollen Kommentare niemals überwiegen.