Eines der häufigsten Probleme, von denen ich höre, ist neben dem Transportieren der Katze, dass diese nun plötzlich Medikamente benötigt. Als Inhaberin eines Katzenhotels kommt dann die Frage: Also unser Paul, der hat nun Diabetes. Nehmen Sie ihn trotzdem auf? Es ist ein wenig schwierig. Oder unsere Merle bekommt so Pillen wegen ihrer Schilddrüse. Daheim geht das meist mit Leckerli, funktioniert das dann auch in der Pension?

Meine Antwort wie immer: Kommt ganz darauf an.

Ich biete unter anderem Workshops zum Klickertraining an. Und warum? Weil es so vieles einfacher macht. Klickern? Training? Aber das ist doch eine Katze. Die trainiert man doch nicht.

Das Training ist eine Art der Beschäftigung für die Katze, welche sehr gerne angenommen wird. Ob man nun viele Tricks kann oder sich lieber körperlich betätigt dabei, spielt keine Rolle, so lange man das Training nicht in einer Verhaltensproblematik beginnt.

Wie aber startet man? Überlege dir zuerst was dir selbst besonders liegt und als nächstes was die Vorlieben deiner Katze sind. Starte zuerst mal mit einem Plan. Schreibe dir auf was du dir als Ziel setzt und wie du dahin kommen könntest. Meist ist es ratsam sich langsam dem Ziel zu nähern und mit kleinen Schritten vorwärts zu gehen, diese dann aber sicher. Ich vergleiche das ein bisschen mit Geige spielen. Training mit Katzen ist aber beileibe nicht so langwierig und schwierig zu Beginn. Wenn du anfängst Geige zu lernen, musst du erstmal lernen die Geige zu halten und dann den Bogen und dieser muss dann gerade auf den Saiten gezogen werden, dann kommen wieder die Finger der linken Hand dazu, welche die Geige hält usw.. Du beginnst niemals damit Paganini zu spielen.

Wenn du einen Plan hast, dann übe erstmal trocken. In welche Hand nehme ich den Klicker? Wie mache ich das mit den Leckerlis? Und worauf muss ich bei der Katze achten? Das sind erstmal viele Dinge auf einmal. So wie beim Geige spielen. Wenn es ohne Katze gut funktioniert wird es spannend. Wie reagiert deine Katze? Beobachte sie gut. Am besten du lässt von Anfang an ein Video mitlaufen. Du wirst im Nachhinein am Besten beurteilen können, wenn du noch etwas ändern möchtest, an welcher Stelle nachgebessert werden kann.

Es gibt viele Möglichkeiten Medikamente zu verabreichen: In Leckerlis, im Futter, flüssig direkt, als Tablette oder Kapsel direkt oder deine Katze muss inhalieren oder bekommt Spritzen unter die Haut, vielleicht musst du daheim auch Infusionen geben.

Folgendes Vorgehen hat sich für mich am sinnvollsten gezeigt: Etabliere einen Ort für die Medikamentengabe. Zuerst gib dort was Leckeres und verbinde es mit einem Wort: Da bist du ganz frei. Ich nutze „Medizin“. So weiß die Katze immer was als nächstes passiert. Dann überlege in welcher Form du die Medikamente geben möchtest oder musst. Wenn du inhalieren musst, gibt es weniger Ausweichmöglichkeiten als mit notwendigen Tabletten. Manche Tabletten kann man auflösen, andere gehen wiederum nicht mal geteilt. Erkundige dich bei deinem Tierarzt bitte.

Dann starte mit etwas Leckerem, sag aber vorher immer das Wort, welches du gewählt hast. Dann belohne. Auch hier ist ganz individuell wie immer, was deine Katze als Belohnung ansieht.

Musst du Blutzucker messen und Insulin spritzen, weil deine Katze Diabetes hat? Lass dir zeigen wie es geht. Das erfordert etwas mehr an Vorbereitung und Training. Das Prinzip ist aber auch hier dasselbe.

Wie beginnt man nun mit dem Training? Hierzu ein Video von mir zum Thema Markersignal und der Anfang.

Video: In diesem Video erklärt Christiane Schimmel Dir so einiges rund um das Markersignal.

Wenn das gut klappt, dann geht es weiter mit dem Platz, an dem es Medizin gibt und am Ende kommt deine Katze angelaufen, wenn du „Medizin“ sagst und wartet auf seine Medikamente. So läuft es im Idealfall.

Brauchst du Unterstützung? Komm in meine Gruppe, melde dich zu meinem Newsletter an und hole dir meinen Rat. Du kannst mir gerne deine Herausforderung in meinem 15-minütigen kostenfreien Gespräch schildern und wir finden gemeinsam einen Weg, der für dich und deine Katze möglich ist.

Deine Katzenspezialistin

Christiane Schimmel